Hauskreise

Kleingruppen-Beziehungen

Wie Kleingruppen uns helfen können Beziehungen zu pflegen!

Aufgrund meiner persönlichen Beobachtungen bin ich zu der Überzeugung gekommen, dass immer mehr Menschen sich nach echten, tiefgehenden Beziehungen zu anderen Menschen und zu Gott sehnen, aber dass zugleich immer mehr Menschen nicht mehr in der Lage sind solche Beziehungen zu finden, geschweige denn, sie zu leben.
 
Ein Grund dafür ist der zunehmende Individualismus in unserer Gesellschaft, d.h. der Mensch lebt, denkt und handelt nur noch auf sich selbst bezogen. Er ist keinem Gott, keinem Menschen und auch sonst niemanden gegenüber mehr verantwortlich.
Aus diesem Prozess der Individualisierung unserer Gesellschaft entstehen hauptsächlich zwei Problemfelder:
  1. Wir sind uns selbst der Nächste.
    Der Prozess der Individualisierung führt dazu, dass der Mensch sich immer nur noch um sich selbst dreht, d.h. wir sind uns selbst der Nächste.
    Das bedeutet unter anderem für uns auch, dass wir mit unseren Problemen, Sorgen und Nöten allein zu recht kommen müssen. Es fällt uns immer schwerer, Hilfe von jemand anderem anzunehmen und das, obwohl jeder von uns irgendwann in Situationen gerät, wo die eigene Kraft zum Überleben nicht mehr ausreicht.
     
  2. Wir haben verlernt Beziehungen zu leben.
    Wir verlieren den Bezug zu unserem Nächsten, nämlich die Fähigkeit, echte Beziehungen zu unseren Mitmenschen aufzubauen und zu leben.
    In der Tiefe seiner Seele sehnt sich jeder Mensch nach tragfähigen und liebevollen Beziehungen. Der individualisierte Mensch weiß aber nicht mehr, wie er solch eine Beziehung aufbauen und leben kann. Er hat es einfach verlernt, weil es ihm an Vorbildern fehlt, die ihm vorleben, wie echte Beziehungen gelebt werden.
     

Nun ist es leider so, dass dies auch vor den Türen unserer Gemeinschaften und Gemeinden nicht Halt macht.
Auch unter uns Christen erlebe ich oft eine unausgesprochene Sehnsucht nach echten tiefen Beziehungen und eine erschreckende Unfähigkeit, diese Beziehungen aufzubauen und zu leben. Wenn ich dann bedenke, dass gerade die Gemeinde Jesu ein Ort der echten Begegnung mit Gott und der Menschen untereinander sein soll, dann müssen wir uns fragen:
Was können wir an Hilfen anbieten, dass wir wieder lernen, lebensfähige Beziehungen zu leben?
 
Ich denke, es ist klar, dass wir keinen Menschen dazu zwingen können, sich auf eine Beziehung zu anderen Menschen und zu Gott einzulassen. Das muss jeder selbst wollen.
Aber ich denke auch, dass wir als Gemeinden eine Fürsorgeverantwortung für unsere Gemeindemitglieder, Gottesdienstbesucher usw. tragen.
Unsere Aufgabe als Gemeinde ist es, den Raum für Begegnung von Mensch zu Mensch und von Gott zum Menschen zu schaffen.
 
Als Gemeinde in Kirchlengern haben wir uns aus diesem Grund dazu entschlossen, die Gemeindearbeit auf Kleingruppen/Hauskreisarbeit umzustellen.
1998 haben wir mit unserem ersten Hauskreis und der Umsetzung unseres Hauskreiskonzeptes begonnen. Heute, fünf Jahre später, treffen sich in unseren 9 Hauskreisen ca. 85 Teilnehmer.
 
Durch die Einführung der Hauskreise hat sich die Beziehung einzelner Gemeindemitglieder untereinander und auch gegenüber gemeindefremden Personen sichtlich verbessert. Echte Beziehungen sind gewachsen. Christen haben begonnen, ihre Verantwortung für den Anderen zu entdecken und wahrzunehmen. Menschen haben durch andere Menschen Jesus kennengelernt und ihr Leben ihm anvertraut.
 
Die bisherige Entwicklung der Hauskreisarbeit in unserer Gemeinde hat uns sehr ermutigt. Wir sind froh und dankbar für alle, die sich in diese Arbeit einbinden lassen. Es macht Freude zu sehen, wie neue Beziehungen zwischen Menschen entstehen und Gemeinschaft untereinander und zu Gott wächst. Der größte Dank gehört unserem wunderbaren Herrn Jesus, der uns den Anstoß für diese doch sehr einschneidenden Veränderungen im Gemeindealtag gegeben hat.
 
 
Die drei Ziele unserer Hauskreisarbeit:

  1. das geistliche Wachstum der Teilnehmer durch persönliche und seelsorgerliche Anteilnahme zu fördern, indem auf die Bedürfnisse der Teilnehmer eingegangen wird.
  2. jedem Gemeindemitglied und jedem Freund der Gemeinde neben dem Gottesdienst - als Zentrum des Gemeindelebens - die Einbindung in eine verbindliche Lebensgemeinschaft zu ermöglichen.
     
  3. Menschen, die auf der Suche nach Antworten auf ihre Lebensfragen sind, die Liebe Jesu nahe zu bringen.
     

Ein Hauskreis ist:

Eine Oase für Jung und Alt, arm und reich, Männer, Frauen,
               Singles, Alleinerziehende, Ehepaare.
Eine Oase, wo Musik gemacht und Lieder gesungen werden.
Eine Oase, wo sich jeder beteiligen kann.
Eine Oase, wo wir uns mit der Bibel beschäftigen und Erfahrungen mit Gott machen.
Eine Oase, wo Beziehungen wachsen und Vertrauen entsteht.
Eine Oase - auch für solche, die sonst wenig mit Glauben und Kirche zu tun haben.
Eine Oase zum Auftanken für die nächste Wegstrecke.

(Eberhard Ritz, Pastor der EFG Kirchlengern bis 2003)

Liste der einzelnen Hauskreis-Termine